Scheidungsarten

scheidungsarten186x186Wir erklären Ihnen hier die vier wesentlichen
Scheidungsarten und erläutern die Unterschiede im Detail:

Die Ehe wird meist durch Scheidung aufgelöst. Dies gilt auch dann, wenn die Eheleute erst ganz kurz verheiratet sind.

Lange Zeit musste nach österreichischem Recht dem Ehepartner ein Fehlverhalten nachgewiesen werden, wollte man sich scheiden lassen. Dies hat sich mittlerweile geändert. In Österreich gibt es zur Zeit verschiedene Scheidungsarten:

 

 

 

Scheidung aus Verschulden (§§ 47 – 49 EheG)

In diesem Fall ist bei dem örtlich zuständigen Bezirksgericht eine Klage einzubringen. Scheidungsgründe (beispielsweise)

  • Körperliche Gewalt und Bedrohung
  • Zufügung schweren seelischen Leids (Abwertungen, Demütigung, Kontrollverhalten)
  • Verletzung der Treuepflicht (ehewidrige Beziehung, Ehebruch)
  • Verletzung der anständigen Begegnung (liebloses Verhalten, keine gemeinsamen Aktivitäten)
  • Vernachlässigung der Beistandspflicht (z.B. im Krankheitsfall)
  • Vernachlässigung des Haushalts (es gilt das Halbe – Halbe – Prinzip!)
  • Verletzung der Unterhaltspflicht (z.B. zuwenig Geld für den Haushalt)
  • Grundlose Verweigerung des Geschlechtsverkehrs
  • Eigenmächtige Aufhebung der Ehegemeinschaft (z.B. “grundloses” Verlassen der ehelichen Wohnung gegen den Willen der Ehepartnerin oder des Ehepartners)
  • Ehrloses oder unsittliches Verhalten (z.B. Kriminalität)
  • Alkoholismus, andere Suchterkrankungen (Drogenmissbrauch, Spielsucht)

Scheidung aus anderen Gründen (§§ 50 – 52 EheG)

  • Auf geistiger Störung beruhendes Verhalten
  • Geisteskrankheit (beispielsweise Schizophrenie)
  • Ansteckende oder Ekel erregende Krankheit

Scheidung wegen Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft (Zerrüttungsscheidung) (§ 55 EheG)

Voraussetzungen:

  • die eheliche Gemeinschaft ist seit 3 (allenfalls 6) Jahren aufgelöst und
  • die Ehe ist unheilbar zerrüttet

Einvernehmliche Scheidung (§ 55a EheG)

Voraussetzungen

  • Beide Ehepartner wollen die Scheidung
  • Die wesentlichen Scheidungsfolgen sind im Rahmen einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten
  • Die eheliche Gemeinschaft ist seit mindestens 6 Monaten aufgehoben (auch bei noch gemeinsamem Wohnsitz möglich)
  • Die Ehe ist unheilbar zerrüttet, es ist keine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft zu erwarten
  • Bei gemeinsamen minderjährigen Kindern zusätzlich nunmehr zwingende Beratung über die Bedürfnisse der Kinder

Da es sich um ein sogenanntes Außerstreitverfahren handelt, ist die Frage “Wer hat schuld?” kein Thema.